Pazifisten-Blues

Nach soooooooo langer Zeit kommt endlich wieder mal ein Rambo daher. Kaum zu glauben eigentlich. Und doch ist es passiert. Ins Kino gehen? Nach Rambo 2 und 3 habe ich mir trotz Lobhudelei diverser Medien die 10 Euro gespart und mir gedacht “Kommt eh bald auf DVD”.

Und so wars dann auch. Wies heutzutage ja üblich ist, gibts den Film knapp drei Monate später im Laden. Heute wars dann so weit. Nachdem das anfängliche, mit Abscheu verzerrte Gesicht meiner Frau nach knapp 2 Stunden in belangloses Schulterzucken verwandelt hatte, fuhren wir zur Videothek. Gegengeschäft war, dass wir uns auch ELIZABETH - THE GOLDEN AGE ausleihen. Was tut man nicht alles für den guten, alten John.

Nundenn. Film rein, Hirn aus und los. Und dann die große Überraschung. Der Film ist richtig gut! Mein Schatz hat nach ca. 5 Minuten tatsächlich freiwillig zugesehen und selbst zugegeben, dass der Krawumm Movie einer der besseren seiner Art ist. Die Story ist im Grunde in 2 Minuten erzählt. Friedensstifter wollen nach Burma reisen und dort Frieden stiften. Das einzige Boot da rüber gehört natürlich dem alten Schlangentänzer Rambo. Der will mit der ganzen Sache nix zu tun haben. Blondie blinzelt ihn an und schon sind sie unterwegs. Die dumme Bande lässt sich natürlich gefangen nehmen und der kleine Mann mit den dicken Muskeln geht Pfeil und Bogen schwingend auf Ich-hol-euch-da-raus-Mission.

Soweit, so bekannt. Was an diesem Film jedoch besonders ist, ist erstens das Umfeld und zweitens die unfassbar realistische Darstellung gewisser Dinge. Burma und dessen verarmte Bevölkerung leidet seit Jahrzehnten unter einem garstigen Millitärregime. Wie man sich das vorstellen kann zeigt der Film in den ersten 3 Minuten, durch authentisches (!) und unzensiertes Nachrichtenmaterial. Da wird einem schon ein wenig anders. Während der exakt 91 Minuten des Films werden Köpfe gespalten oder ganz weggeschossen, Arme abgehackt, Beine gesprengt oder Menschen als Schalldämpfer für eine großkalibrige Geschützanlage benutzt. Klingt furchtbar, ist aber absichtlich so derart überzogen, dass es nicht halb so schockiert, wie die ersten paar Bilder aus Burma und die Tatsache, dass es den armen Menschen dort tatsächlich so geht.

Fazit: Alles in allem bietet “JOHN RAMBO” das was man sich von Stallone und seinem Alter Ego erwartet. Eine leicht zu kapierende Story, scharfe Abgrenzungen zwischen Gut und Böse und ein Happy End. Im Vergleich zu den anderen Teilen der Reihe jedoch, ziemlich erbarmungslose Realität und weit weniger Pathos, dafür um so mehr Anregungen drüber nachzudenken, wozu Gewalt im Endeffekt führt. Nämlich zu noch mehr Gewalt.

Dafür gibts von mir 4 1/2 von 5 Doppelsehnenbögen.

Eine Antwort to “Pazifisten-Blues”

  1. Loop Sagt:

    *kein Kommentar*

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